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AGRARBÜNDNIS ÖSTERREICH
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Wir sind ein Bündnis von Konsumentinnen, Bäuerinnen und Bauern
Unsere Positionen und Ziele Sicherung unserer Lebensgrundlagen - Verständnis für die vielfältigen Leistungen von Bäuerinnen & Bauern für die Gesellschaft Die wirtschaftlichen und agrarpolitischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahrzehnten bewirkten einen ruinösen Verdrängungswettbewerb in der Landwirtschaft, der auch für die Natur schlimme Folgen hatte. Nur Arbeitsweisen, welche die ökologischen Zusammenhänge respektieren, können den Anbau und die Produktion unserer Lebensmittel langfristig garantieren. Partnerschaft zwischen Bäuerinnen, Bauern und KonsumentInnen für eine gesunde Ernährung und eine lebenswerte Umwelt. Die Erzeugung qualitativ hochwertiger und gesunder Lebensmittel verbindet die Interessen von KonsumentInnen mit jenen von Bäuerinnnen und Bauern. Die gemeinsame Sorge um Gesundheit und Umwelt bildet die Basis für eine Partnerschaft, in der Interessen von Bauern und Bäuerinnen nicht gegen jene von KonsumentInnen ausgespielt werden können. Überschüsse vermeiden und Umwelt schützen durch Ökologisierung der Landwirtschaft nach dem Leitbild der Metho-den des Biologischen Landbaus Eine Ökologisierung der Landwirtschaft führt zu Vermeidung von Überschüssen in der Agrarproduktion, erhält die vielfältigen Ökosysteme und ermöglicht so eine stabile, nachhaltige Lebensmittelproduktion und eine Regeneration der Landwirtschaft. Sie orientiert sich überwiegend an den Binnenmärkten, nicht an der (ruinösen) Massenproduktion für den Welt-markt oder der bloßen Rohstoffproduktion für großindustrielle Zwecke, und garantiert so das Recht jedes Landes auf Ernährungssouveränität für seine Bevölkerung. Von einer zukunftsfähigen Agrarpolitik verlangen wir die Neuorientierung an sozialen, kulturellen und ökologischen Zielen. Orientierung an Binnenmärkten: Jeder Staat hat das Recht auf Ernährungssouveränität - keine Massenproduktion für den Weltmarkt Das Recht sich zu ernähren ist Teil der universellen Menschenrechte. Es umfasst den Zugang zu produktiven Ressourcen wie Land, Wasser und Saatgut, aber auch zu Bildung, Gesundheitseinrichtungen und entlohnter Arbeit. Die langfristige Ernährungssouveränität als Grundlage der Ernäh-rungssicherung beinhaltet neben kulturellen Leistungen von Bauern und Bäuerinnen auch die Kontrolle über Saatgut in bäuerlichen Gemeinschaften, sowohl in Ländern des Südens wie des Nordens. Solidarisch teilen - fair handeln Zur Zeit ist die ausreichende Versorgung aller Menschen mit Nahrungsmitteln kein Problem der vorhandenen Menge. Das Problem des Hungers und der Unterernährung liegt in der ausschließlichen Verfügungs- und Kontrollgewalt nur einiger weniger Akteure (transnationale Unternehmen, nichtde-mokratische Regime etc.) über Herstellung und Verteilung von Nahrungs-mitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern. Wir wollen weltweit eine ökologische Landwirtschaft, die soziale Gerechtigkeit fördert, kulturelle Grundlagen achtet, Produkte fair entlohnt und Handel zwischen gleichberechtigten Partnern ermöglicht. Bäuerliche Arbeit angemessen entlohnen: Faire Preise und eine gerechte Verteilung der öffentlichen Gelder Zu den künstlich geschaffenen Weltmarktpreisen kann kein Bauer und keine Bäuerin auf der Welt produzieren, denn diese sind niedriger als die Produktionskosten. Die derzeitige Verteilung der Direktzahlungen orientiert sich an der Anzahl von Hektaren und der Tierzahl anstatt am zu leistenden Arbeitsaufwand. Wir erachten eine soziale Staffelung und Obergrenzen bei Direktzahlungen und die Anwendung des Prinzips der ökologischen und sozialen Kostenwahrheit als unumgängliche Basis einer Neuorientierung in der Agrar- und Förderpolitik Land- und Lebensmittelwirtschaft hat auch frauenpolitische Aspekte Weltweit betreffen die Folgen der agrar- und lebensmittelpolitischen Fehlentwicklung vor allem Frauen. Weltweit leisten überwiegend Frauen für sich und andere Lebensmittelbeschaffung und -zubereitung. Im Zuge zusehends monetär eingeschränkter Kaufentscheidungen müssen sie oft zu billigen, industriell produzierten Lebensmitteln greifen. So wird ihnen die Verantwortung für gesundheitliche Risken, die ursprünglich von der Agrar- und Lebensmittelindustrie verursacht wurden, übertragen. Von nachhaltiger Agrar- und Lebensmittelpolitik fordern wir, dass sie sich auch an frauenpolitischen Interessen orientiert. Ländliche Entwicklung: Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten und (neu) schaffen - Strukturen von kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben erhalten und Wirtschaftsprinzipien neu entwickeln. Von integrierten ländlichen Entwicklungsprogrammen erwarten wir zukünftig sinnvollere Maßnahmen als Schäden der EU-Agrarpolitik zu begleiten und auszugleichen. Es sollen integrierte ländliche Entwicklungsprogramme forciert werden, welche die die regionale Wirtschaft stärken und soziale sowie ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen. Wir fordern dass eine demokratische Mitbestimmung aller betroffenen Bevölkerungsgruppen bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln aus diesen Programmen ermöglicht wird.
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