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AGRARBÜNDNIS ÖSTERREICH

 

Pressemitteilungen Agrarbündnis Österreich

17.04.2003    Bäuerinnen und Bauern ernähren die Welt - Dia de Via Campesina

22.01.2003    Weder öko noch sozial

30.10.2002    Ohne wirkliche Agrarreform droht ein bäuerlicher Totalschaden

10.07.2002    Aktion „Das andere Alpenglühen"

06.06.2002    Gentechnik-kritisches Bergbauerninstitut von Auflösung bedroht

 

Wien, am 17. April 2003     Landwirtschaft/ internationaler bäuerlicher Aktionstag/ Chronik

Bäuerinnen und Bauern ernähren die Welt
Dia de Via Campesina

Seit 1996, als 19 landlose Bauern von Pistoleros in Brasilien bei Landbesetzungen erschossen wurden, weist Via Campesina (VC) weltweit mit Aktionen an diesem Tag auf den Bedarf einer bäuerlichen, sozial- und umweltverträglichen Landwirtschaft hin.

Das Agrarbündnis Österreich zelebriert heute vor dem Landwirtschaftsministerium

"Das letzte (Abend) Mahl"

Beim Genießen von Schmankerln aus biologischer Landwirtschaft wird am Gründonnerstag 2003 der Situation von KleinbäuerInnen und landlosen BäuerInnen weltweit gedacht. Das Recht der bäuerlichen Bevölkerung Nahrungsmittel zu erzeugen ist global zunehmends in Gefahr!

Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung wird auch in der Agrarpolitik die Basis für eine selbstbestimmte und regenerative Landwirtschaft, sowie eine langfristig gesicherte innerstaatliche Nahrungsmittelversorgung zusehends ausgehöhlt. Von VC wurde daher das Konzept der Ernährungssouveränität entwickelt. "Dieses bildet die Grundlage für eine weltweite Ernährungssicherheit - im Gegensatz zum Freihandel, betont Elisabeth Baumhöfer, Obfrau vom Agrarbündnis. Ernährungssouveränität bedeutet das Recht auf regionale Produktion und den Zugang zu den notwendigen Ressourcen wie Land, Wasser, Saatgut, Bildung, Kapital, etc. Es beinhaltet auch die nachhaltige und gentechnikfreie Produktion von Nahrungsmitteln und verbietet jegliche Form von Dumping."

Die Österr. Bergbauern und Bergbäuerinnen Vereinigung (ÖBV) vertritt VC in Österreich. Maria Vogt, Obfrau der ÖBV, fordert daher einen raschen und grundlegenden Kurswechsel der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, damit Bäuerinnen und Bauern in Europa von ihrer Arbeit leben und gesunde Lebensmittel ohne Umweltzerstörung für die Gesellschaft produzieren können. "Der Überproduktion in der EU und dem damit verbundenen weltweiten Dumping, das regionale Märkte ruiniert und global Kleinbäuerinnen und -bauern aus der Produktion drängt, ist endlich ein Ende zu setzen. Aber genau dem wird mit den Vorschlägen zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000 nicht Rechnung getragen. Wir Bäuerinnen und Bauern wollen unsere Grundnahrungsmittel nach dem Konzept der Ernährungssouveränität regional, nachhaltig und sozialverträglich erzeugen, so Vogt." Das Recht auf bäuerliche Produktion darf nicht den Interessen von Konzernen geopfert werden.

Gertrude Klaffenböck von FIAN Österreich weist darauf hin, dass Österreich sowie alle EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet sind in ihren internationalen Abkommen wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte zu schützen und zu respektieren. "Die EU ist ein Agressor auf den Weltagarmärkten und gefährdet mit ihren hochsubventionierten Billigexporten die Existenz von Kleinbauern und -bäuerinnen in den Ländern des Südens. Der Umsetzung des Menschenrechtes sich zu ernähren ist auch in Programmen und Abkommen internationaler Institutionen wie Weltbank, WTO und IWF höchste Priorität einzuräumen, schließt Gertrude Klaffenböck."

Beate Koller von der Arche Noah verweist auf die Notwendigkeit gentechnikfreier Zonen. "Nur diese bieten hinreichenden Schutz für die Erhaltung der Biodiversität in der Landwirtschaft. Die Möglichkeit der Koexistenz von Gentechnikeinsatz und gentechnikfreier Produktion, wie von Kommissar Fischler vorgeschlagen, sei eine gefährliche Illusion. Das belegen auch wissenschaftliche Studien. Gefährdete Kulturpflanzen und die Biolandwirtschaft sind vor gentechnischen Verunreinigungen und dem Zugriff von Konzernen zu schützen, schließt Koller."

Das Agrarbündnis Österreich fordert den neuen Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute auch dazu auf, den Biolandbau endlich zum Leitbild der österreichischen Landwirtschaft zu erklären.

Nähere Informationen: DI Elisabeth Baumhöfer, Tel.: 0664-2427450

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22.01.2003    Landwirtschaft/ MidTerm-Review der Agenda 2000

Weder öko noch sozial

Die EU-Kommission hat offenbar aus ihrer wunderbaren Analyse und Selbsterkenntnis im Juli 2002 keinerlei Konsequenz gezogen. Ganz im Gegenteil, der neue Vorschlag zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000, der heute von Kommissär Fischler präsentiert wird, ist ein noch schärferer Angriff auf eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft, als der vom Juli 2002.

Die Punkte im MidTerm-Review von damals, über die zu diskutieren es sich gelohnt hätte, wie eine Obergrenze bei den Direktzahlungen sowie eine sozial gerechte Modulation und Umweltauflagen, sind im neuen Vorschlag fehlend oder unakzeptabel geworden. Die Verteilungsungerechtigkeit der Prämien wird weiter festgeschrieben und die Arbeitskraft als Kriterium für eine Modulation ist leider nicht aufgegriffen worden. Jetzt bläst der Wind auch den Milchbauern deutlich scharf ins Gesicht. Durch eine EU-weite Quotenaufstockung um 2% wird der Milchpreis noch stärker nach unten rasseln als er es ohnehin schon durch die Preissenkung ab 2004 tun wird und damit sind uns weitere Überschüsse sicher, meint Maria Vogt, Obfrau der Österr. Bergbauernvereinigung. Mit der Erfindung einer neuen Beihilfe, über die an die kleinen (bis zu 5000,- €) und (mittel)großen Betriebe (5001,- - 50.000,- €) die Kürzungen der Prämien ganz oder zur Hälfte zurückerstattet werden sollen, hat man sich wohl gleich ein Instrument miterschaffen, über das die Rückerstattungen irgendwann einmal wieder verschlechtert oder abgeschafft werden können, befürchtet Vogt.

Die Obfrau vom Agrarbündnis Österreich, Elisabeth Baumhöfer, ist sich sicher, die Kommission wäre besser beraten gewesen, auf die unterstützenden Stimmen aus der Gesellschaft zu hören und verbindliche Umwelt-, Tierschutz- und Qualitätsauflagen glaubhaft einzuführen. Denn der Begriff "ordentliche landwirtschaftliche Bedingungen" soll wohl ein Witz sein. Wir kritisieren auch auf´s Schärfste, dass mit diesem Kommissionsvorschlag eine weit geringere Umverteilung von der ersten in die zweite Säule stattfinden soll, als ursprünglich vorgesehen. Damit wird keine große Unterstützung aus den Reihen der KonsumentInnen und NGO´s mehr zu bekommen sein, versichert Baumhöfer. Die Schäden der ersten Säule können ohnehin mit der zweiten Säule nicht wettgemacht werden.

Daher brauchen wir nach wie vor dringend einen echten Kurswechsel der Gemeinsamen Agrarpolitik, die die Weltmarktorientierung und Dumpingmethoden aufgibt und die Arbeitskraft der Bäuerinnen/Bauern und die Umwelt achtet, sind sich Maria Vogt und Elisabeth Baumhöfer einig.

Für nähere Informationen: DI Elisabeth Baumhöfer - Tel.: 0664-2427450

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30.10.2002    Landwirtschaft/ EU-Erweiterung/ MidTerm-Review

Ohne wirkliche Agrarreform droht ein bäuerlicher Totalschaden

Das Agrarbündnis Österreich hat die Selbsterkenntis der EU-Kommission für die Notwendigkeit einer Agrarreform erfreut zur Kenntnis genommen. Dennoch kritisieren wir auf´s Schärfste, dass der Modellzug "europäische Landwirtschaft" multifunktionell weiter in Richtung Weltmarkt gefahren werden soll, kommentiert Elisabeth Baumhöfer, Obfrau vom Agrarbündnis. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte im MidTerm-Review, über die wir genauer diskutieren wollen, wie zum Beispiel die Obergrenzen bei den Direktzahlungen sowie eine Modulation und Umweltauflagen. Es darf nicht sein, dass die nationalen Interessen der Herren Schröder und Chirac diese Debatte auf Eis legen können und Bäuerinnen und Bauern sowie die Umwelt geopfert werden! Baumhöfer fordert, dass das Zugeständnis an Frankreich, keine Agrarreform vor 2006, sofort rückgängig gemacht wird!

Maria Vogt, Obfrau der Österr. Bergbauernvereinigung, fordert eine Umverteilung der Förderungen, indem ein Sockelbetrag pro Betrieb und eine degressiv gestaffelte Förderung gebunden an die Arbeitskraft, gezahlt wird. Außerdem ist eine Obergrenze pro Betrieb zu ziehen, die deutlich unter den vorgeschlagenen 300.000,- Euro liegt, so Vogt. Roman Liebhart, ERNTE-Biobauer, möchte gerne 20% seiner Förderungen abgeben, aber sinnvoll an kleinere Höfe und für eine umweltverantwortliche Bewirtschaftung. Hier gäbe es sicher mehr Einsicht als der Bauernbund vermutet. Wenn Kommissär Fischler sagt, eine Umverteilung sei angesichts der Erweiterung unvermeidlich, können wir das unterstützen, aber anders als in den bisherigen Vorschlägen. "Der wahre Schritt hin zum fairen Preis ist die Gesamtökologisierung und das ist unser Ziel, so Liebhart."

Die Obfrau vom Agrarbündnis kritisiert auch die Jubelstürme von Bauernbund, Präko und Ministerium. "Kann man denn so blauäugig ins eigene Verderben laufen wollen, fragt Baumhöfer in Richtung Bauernvertretung? Wenn nach einer Erweiterung das Agrarbudget der EU15 für die EU25 reichen muss, dann werden Bäuerinnen und Bauern der EU15 mit massiven Kürzungen rechnen müssen und das bei sinkenden Preisen und womöglich ohne Obergrenzen und Staffelung. Deshalb fordern wir eine rasche Bewegung in Sachen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik!

Das Agrarbündnis Österreich ist überparteilich und besteht aus 18 Organisationen aus dem Umwelt- und KonsumentInnenbereich, aus entwicklungspolitischen und bäuerlichen Organisationen.

Für nähere Informationen: DI Elisabeth Baumhöfer - Tel.: 0664-2427450

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10.06.2002    Chronik/Umwelt/Landwirtschaft/Wissenschaft

Aktion „Das andere Alpenglühen"

Das Agrarbündnis Österreich nimmt das „Internationale Jahr der Berge" zum Anlass für die Forderung, die Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF) aufzuwerten und zu einem "EUROPÄISCHEN ZENTRUM FÜR BERGGEBIETE UND ÖKOLOGISCH SENSIBLE ZONEN" auszubauen. Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen hat sich national und international einen Namen gemacht, indem sie wirtschaftliche und soziale Alternativen für die Berggebiete im Rahmen internationaler Kooperationen erarbeitete und grundlegende Studien verfasste. Kaum sonst jemand setzt sich mit sozialen Fragen in der Landwirtschaft auseinander und forscht für KleinbäuerInnen

„Daher darf es nicht sein, dass diese wertvolle Forschungseinrichtung bei Umstrukturierungen im Landwirtschaftsministerium unter die Räder kommt. Im Gegenteil: Gerade im „Jahr der Berge" ist dafür Sorge zu tragen, dass die international bewährte Bundesanstalt für Bergbauernfragen entsprechend gewürdigt und ausgebaut wird", so die Obfrau vom Agrarbündnis Österreich, Elisabeth Baumhöfer.

Deshalb fordert das Agrarbündnis Österreich, dass heute im Parlament der Antrag auf Ausbau der BABF zu einem "Europäischen Zentrum für Berggebiete und ökologisch sensible Zonen" positiv abgestimmt wird.

Bereits in der Alpenkonvention wird darauf hingewiesen, dass die „für die Berglandwirtschaft spezifische agrarwissenschaftliche Forschung verstärkt, praxisnah und gebietsbezogen fortzuführen" sei. Das dürfen keine leeren Worte bleiben, sondern bedürfen einer Umsetzung. Österreich kann und sollte hier beispielsgebend sein!

Wir vom Agrarbündnis mischen uns ein, weil eine bäuerliche Landwirtschaft in den Berggebieten, gesunde Nahrungsmittel für die KonsumentInnen und eine nachhaltige Entwicklung in den Bergregionen Österreichs uns alle angeht. Dafür brauchen wir eine starke Forschung, die in Zeiten der Globalisierung auch international vernetzt sein muss. Der bewährte, wenn auch steinig gemachte Weg der BABF muss zukunftsorientiert fortgesetzt werden", so Elisabeth Baumhöfer weiters.

Eine große (über 2 Meter hohe) „kaum zu bändigende Turbokuh" und „feurige Fackeln" haben heute vor dem Parlament mit Nachdruck auf diese Forderung aufmerksam gemacht. 

Für nähere Informationen: DI Elisabeth Baumhöfer - Tel.: 0664-2427450

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06.06.2002    Chronik/Landwirtschaft/Umwelt/Gentechnik

Gentechnik-kritisches Bergbauerninstitut von Auflösung bedroht,
Gentechnik und Wir–Lobby in Millionenhöhe gefördert

Das Agrarbündnis Österreich - ein Bündnis von KonsumentInnen und Bäuerinnen und Bauern - protestiert auf´s heftigste, dass die wissenschaftlich unabhängige  Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF) scheinbar liquidiert werden soll, während die Plattform Gentechnik & Wir Förderungen in Millionenhöhe aus der öffentlichen Hand erhält.

„Die BABF war eine jener Forschungsinstitutionen, die Konzeptionen für Gentechnikfreie Zonen entwickelte und diese auch international bekannt machte und europaweit verankerte", so die Obfrau des Agrarbündnisses, DI Elisabeth Baumhöfer. „Für eine Gentechnikfreie Zone Österreich erarbeitete die BABF wesentliche Grundlagen und möglicherweise droht gerade die gentechnikkritische Haltung und das Eintreten für eine gentechnikfreie Zone Österreich dieser Institution zum Verhängnis zu werden. Wir nehmen es nicht hin, dass eine solche unabhängige wissenschaftliche Forschungsinstitution quasi aufgelöst werden soll. "Wir fordern vielmehr einen Ausbau der BABF zu einem internationalen Zentrum für Berggebiete und ökologisch sensible Regionen. Das wäre ein positives Signal Österreichs im internationalen Jahr der Berge, so Baumhöfer."

Es ist auch zweifellos ein Treppenwitz der Geschichte, dass so kurz vor einer möglichen Gentechnikfreien Zone Österreich die „Plattform Gentechnik & Wir" völlig aus der Luft gegriffen von Nachteilen redet und ein gentechnikfreies Österreich zu verhindern versucht. Das Agrarbündnis Österreich weist die Pseudoschutzbehauptung der „Plattform Gentechnik & Wir" zurück, dass ihr eine allgemeine und umfassende wissenschaftliche Unabhängigkeit zuzuschreiben sei und dass eine Kritik an dieser Plattform einem Angriff auf die Freiheit der Wissenschaft gleichkomme. Diese Plattform vermittelt viel eher den Eindruck als sei sie eine höchst profane Angelegenheit von gentechnikbetreibenden Wissenschaftern, um eigene Forschungsinteressen durchzusetzen. Es sieht auch so aus, dass hier versucht wird, unter dem Deckmantel der "ausgewogenen Information" massiv Werbung für Gentechnik auf Österreichs Feldern zu machen und dass man Millionen von Menschen ignoriert, die keine Gentechnik in der Lebensmittelproduktion haben wollen.

„Wir sind nicht der Meinung dass es ein Skandal ist, dass die „profane" Plattform Gentechnik & Wir gefördert wird. Aber es ist ein großer Skandal, dass gentechnikkritische Forschungsinstitutionen wie die BA für Bergbauernfragen ihre Eigenständigkeit verlieren sollen," so Baumhöfer abschließend. "Eine gesicherte Gentechnikfreiheit für unsere Landwirtschaft sowie die Sicherung eines unbelasteten Biologischen Landbaus ist nicht eine Behinderung sondern eine große Zukunftschance für alle Bauern und Bäuerinnen Österreichs. Dafür brauchen wir auch eine kritische und offene Forschung, die international anerkannt ist. Wir verlangen deshalb eine Unterstützung sowie einen Ausbau und eine Aufwertung der BA für Bergbauernfragen zu einem internationalen Zentrum für Berggebiete und ökologisch sensible Gebiete durch den Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer."

Weitere Informationen: DI Elisabeth Baumhöfer - 01-8929400 oder 0664-2427450

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Weiterführende Links:

Bundesanstalt für Bergbauernfragen
Slovenia - A GMO-free zone
Konsumentsamverkan